Spielzüge. Zur Dialektik des Spiels und seinem metaphorischen Mehrwert (ed. with S. Berg)

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Spielzüge. Zur Dialektik des Spiels und seinem metaphorischen Mehrwert (ed. with S. Berg)
  Stefan Berg / Hartmut von Sass (Hg.)Spielzüge  VERLAG KARL ALBER A  Jeder kennt sie – die Spielfreude, die den Spieler involviert und begeis-tert, ihn gefangen nimmt und sich vergessen lässt. Neben diesem Fas-zinosum des Spiels kann der Begriff des Spiels zugleich als Interpreta-tionsmuster dafür dienen, die ähnlich gelagerte Dynamik komplexerSysteme zu beschreiben. Dazu lassen sich bestimmte Charakteristikabenennen, in denen sich jene Dynamik zwischen zwei Brennpunktenentfaltet: Das Spiel wird konstituiert durch die  Reproduktion  eines be-stimmten Themas, zugleich aber auch durch dessen  Variation;  damithängt zusammen, dass sich das Spiel in einer Hinsicht als ein  geregel-tes , in einer anderen aber als ein  offenes  begreifen lässt. Ihm ist eigen,dass es sich von einem Kontext  separiert , dabei aber zugleich notwen-dig auf diesen  bezogen  bleibt. Der involvierte Spieler fügt sich mit ei-ner gewissen  Freiwilligkeit  in das Spiel, geht darin zugleich kontext-variante  Verbindlichkeiten  ein, was zumeist mit einem entspannenden Müßiggang  als auch einem an- und verspannenden  Ernst  korrespon-diert.In diesem Band wird der Spielbegriff mit unterschiedlichen Dis-ziplinen, Praktiken und Tätigkeiten, die sich als Spiel beschreiben las-sen, in Verbindung gebracht: etwa Leben, Recht, Markt, Kunst, Spra-che und Moral. Und umgekehrt wird – mitunter spielerisch – der Fragenachgegangen, wie all jene Bereiche neue Facetten am Spielbegriff frei-legen können. Mit Beiträgen von  Peter Albrecht, Stefan Berg, Brigitte Boothe,Hannah Fissenebert, Dietrich Korsch, David Lauer, Olaf Müller, BirgerPriddat, Hartmut von Sass, Werner Stegmaier, Claus Theidemann undThomas Wabel.Die Herausgeber:Nach seiner Dissertation mit dem Titel »Spielwerk« (2010) forscht undlehrt  Stefan Berg  seit 2011 am Institut für Hermeneutik und Reli-gionsphilosophie der Universität Zürich. Hartmut von Sass  ist Privatdozent für Systematische Theologie undReligionsphilosophie am Institut für Hermeneutik und Religions-philosophie der Universität Zürich. Seit 2010 ist er zugleich AssociateFellow am Collegium Helveticum. Stefan Berg /Hartmut von Sass (Hg.) Spielzüge Zur Dialektik des Spielsund seinemmetaphorischen Mehrwert Verlag Karl Alber Freiburg/München  * ((ggf. Fördervermerk einfügen)) * Originalausgabe© VERLAG KARL ALBERin der Verlag Herder GmbH, Freiburg / München 2014Alle Rechte vorbehaltenwww.verlag-alber.deSatz: SatzWeise, FöhrenHerstellung: *** Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier (säurefrei)Printed on acid-free paperPrinted in GermanyISBN 978-3-495-48637-5 Vorwort Der vorliegende Band beruht auf einer Tagung, die im November 2012am Zürcher Collegium Helveticum stattgefunden hat. Die Mehrheitder Beiträge wurde in diesem Rahmen vorgetragen und diskutiert; dieanderen sind eigens für diese Publikation verfasst worden.An der Entstehung von Tagung und Band sind mehrere Institutio-nen und Personen beteiligt gewesen, denen auch an diesem Ort herz-lich zu danken ist. Zunächst geht ein Dank an alle Autorinnen undAutoren, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven auf dieses Themaeingelassen haben. Zu danken ist zugleich dem Collegium Helveticumfür die Unterstützung bei der Organisation und Durchführung der Ta-gung. Namentlich geht unser Dank an den Leiter des Collegiums, GerdFolkers, sowie an die dortigen Mitarbeiter Andrea Truttmann und Mar-tin Schmid. Zudem hat das Collegium dankenswerterweise die gesamteFinanzierung getragen. Danken möchte ich auch Lukas Trabert, demLeiter des Alber-Verlags, für seine Offenheit diesem Thema gegenübersowie seiner Mitarbeiterin Mira Fischer für die Erstellung des Manu-skripts und schließlich den Kieler Hilfskräften für das Korrekturlesen:Magdalena Klettner und Christian Kolodzey. Dadurch kann dieserBand an einem Ort erscheinen, an den er in mehrerlei Hinsicht bestenspasst.Zürich und Kiel im Juni 2014, Stefan Berg und Hartmut von Sass5  Inhalt Stefan Berg  und  Hartmut von Sass, Eine spielerische Einleitung  . . . . . . . . . . . . . . . .  9 I. Zum Ernst des Lebens als Spiel Brigitte Boothe,  Verdächtige Spiele.Die Aufführung psychischen Leidens  . . . . . . . . . . .  42 Peter Albrecht,  Die wissenschaftliche Strafrechtsdogmatik –mehr als ein Glasperlenspiel?  . . . . . . . . . . . . . . .  64 Birger Priddat,  Markt als Spiel  . . . . . . . . . . . . . . . .  88 Thomas Wabel,  Spiel. Der Ernst des Lebens und die Theologie  .  106 II. Die Kunst des Spielens Claus Tiedemann,  Zum spielerischen Gehalt des Sports undseinem metaphorischen Mehrwert  . . . . . . . . . . . .  138 Stefan Berg,  Ein Zwischen denken. Überlegungen zum Spielin Schillers  Über die ästhetische Erziehung  . . . . . . . .  158 Hannah Fissenebert,  Ernst sein ist alles.Die Instrumentalisierung des Spiels im Schauspiel  . . . .  196 III. Spielzüge im Denken und Handeln David Lauer,  Sprache als Spiel:  ergon  und  energeia  . . . . . .  224 Werner Stegmaier,  Spielräume der Moral inOrientierungssituationen  . . . . . . . . . . . . . . . . .  264 Dietrich Korsch,  Dogmatik – ein Spiel  . . . . . . . . . . . .  2787 Inhalt  IV. Ein spielerisch-metaphysischer Abschluss Olaf Müller,  Spielend in die Metaphysik  . . . . . . . . . . .  298 Zu den Autorinnen und Autoren  . . . . . . . . . . . . . . . .  3378 Inhalt Stefan Berg und Hartmut von Sass Eine spielerische Einleitung 1. Die Frage nach dem metaphorischen Mehrwert des Spiels Es gibt vergleichsweise große und vergleichsweise kleine Begriffe inder Philosophie. Als große können wohl solche gelten, die im Verlauf der Philosophiegeschichte durch wiederholten Gebrauch an konzeptio-nell entscheidenden Punkten eine verdichtete Masse erworben haben.Man kommt an ihnen nicht vorbei, und wenn man sie gebraucht, äu-ßert man sich unweigerlich zu einem Kardinalproblem bzw. bekenntsich unausweichlich zu einer bestimmten Tradition. Es fällt daher meistauf, wenn man einen dieser Begriffe ungewöhnlich oder missverständ-lich verwendet; man handelt sich dann etwa Nachfragen ein, ob manden Begriff denn im Sinne dieses oder jenes Denkers gebrauche. Solernt man rasch, dass man sich angesichts dieser harten Begriffe recht-fertigen muss und ihren Gebrauch definitorisch legitimieren könnensollte. Die Trias von ›Wahrem‹, ›Schönem‹ und ›Gutem‹ wäre ein ent-sprechendes Beispiel, ebenso die gefürchtete ›Monade‹ oder das ›In-der-Welt-Sein‹.Daneben gibt es aber auch vergleichsweise kleine Begriffe: solche,die eher beiläufig in die Diskurse schlüpfen und darin geschmeidig mit-laufen, ohne allzu viel Aufsehen zu erregen. Oft sind sie Teil einer phi-losophischen Mode oder gehören zu einem bestimmten Jargon. Mankönnte nicht sagen, dass sie weniger wichtig, also bloßes rhetorischesBeiwerk, wären; denn sie können durchaus einen Beitrag leisten, eineArgumentation zu plausibilisieren. Doch diese kleinen Begriffe sindweniger belastet, erzeugen aber auch weniger Resonanzen und sindselbst dann toleriert, wenn sie relativ diffus verwendet werden. ›Topo-graphie‹ ist ein solches Beispiel, ›Spur‹, ›Differenz‹ – oder eben ›Spiel‹.Der Begriff ›Spiel‹ erfreut sich großer Beliebtheit, insbesondere inder Ästhetik – und dies nicht erst seit gestern. Angesichts seines durch-aus ansehnlichen philosophiehistorischen Lebenslaufs, zu dem seit der9 Eine spielerische Einleitung
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