Review of Roman Czaja_Andrzej Radzimiński_Marian Arszyński, Zakon krzyżacki w Prusach i Inflantach. Podziały administracyjne i kościelne w XIII-XVI wieku

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Review of Roman Czaja_Andrzej Radzimiński_Marian Arszyński, Zakon krzyżacki w Prusach i Inflantach. Podziały administracyjne i kościelne w XIII-XVI wieku
  Pol-Int Beitrag vom:18.05.2015Rezension von Dr. Paul Srodecki Redaktionell betreut von M.A. Kerstin HinrichsenDie Geschichte des Deutschen Ritterordens wie auch des von ihm im Spätmittelalter im Preußenland und dem Baltikum errichteten Ordensstaates erweckt neben Deutschland vor allem in Polen immer noch großes Interesse, was sich nicht nur in expliziten geschichts- sondern auch in zahlreichen populärwissenschaftlichen Publikationen der letzten Jahre widerspiegelt. In Polen dominierte seit dem 19. Jahrhundert bis weit ins 20.  Jahrhundert hinein ein überwiegend negativ konnotiertes Bild der Deutschritter, die nur allzu oft als eine der frühen Facetten des als genuin aggressiv und expansionistisch betrachteten hässlichen Deutschen" dargestellt wurden. Im letzten Vierteljahrhundert war die historiographische Wahrnehmung des Deutschen Ordens wie auch seines streng organisierten theokratischen, an der Ostseeküste zwischen der Weichsel- und Narvamündung gelegenen Staates einem steten Imagewandel unterzogen, der zu einer etwas differenzierten Betrachtungsweise unter den polnischen Forschern beigetragen hat. Die Herausgeber des vorliegenden Sammelbandes, Roman Czaja und Andrzej Radzimiski, sehen sich in der Tradition der letzten zwei Dezennien, in denen vor allem ein  verglichen mit früherer polnischer Forschung zum Deutschen Orden  nüchternerer Umgang mit vorhandenen Quellen gepflegt und ein dezidierter Blick auf die Errungenschaften und Misserfolge der Deutschritter im Preußenland und dem Baltikum gelegt wurde.Im ersten Teil des Sammelbandes thematisieren sechs Aufsätze das Preußenland. Nach einem als thematische Einleitung gedachten Beitrag von Czaja und Zenon Hubert Nowak, die auf die allgemeine Charakteristik des Preußenlandes eingehen, beschreibt Janusz Tandecki explizit die administrative Einteilung dieses Territoriums durch die Deutschritter. Zur Sicherung der im 13. Jahrhundert eroberten Gebiete errichtete der Deutsche Orden ein weit verzweigtes Netz aus Burgen und Festungen, wie Marian Arszyski zu berichten weiß. Eine weitere Stütze des Landesausbaus stellte für die Deutschritter die Gründung zahlreicher Städte dar, die  wie Czaja herausstellt  zu administrativen und wirtschaftlichen Fundamenten der Ordensherrschaft im Preußenland wurden. Der erste Abschnitt des Sammelbandes schließt mit zwei Essays von Radzimiski und Marian Biskup, die die Kirchengliederung im Preußenland des Spätmittelalters beleuchten.Der zweite Themenblock zu Livland ist vom Aufbau und Inhalt her als ein komparativer Spiegel gedacht, stellen doch die fünf hier aufgeführten Aufsätze grundsätzlich Äquivalente zu den Beiträgen des Preußenland-Abschnitts dar. Interessant sind hierbei die Unterschiede und Ähnlichkeiten in den administrativen Strukturen Zakon krzyacki w Prusach i Inflantach: Podziay administracyjne i kocielne w XIII-XVI wieku (Dzieje zakonu niemieckiego, Bd. 2)  der Landesherrschaft in den beiden angrenzenden Ordensterritorien. So verweist Tandecki auf die Parallelen in der Gliederung und Verwaltung der 1237 durch die Union mit dem Schwertbrüderorden von den Deutschrittern übernommenen livländischen Gebiete, die sowohl feudale als auch theokratische Merkmale aufwiesen" (S. 168).Arszyski skizziert wiederum die Abweichungen im Burgen- und Festungsbau in den beiden Ordensherrschaften. Livland habe in der Anfangszeit einen nicht zu unterschätzenden infrastrukturellen Vorteil gehabt, so Arszyski, sei doch das Territorium rund um Riga mit eifriger Unterstützung der Erzbischöfe von Bremen bereits ab 1180  also knapp ein halbes Jahrhundert vor der Ankunft der Deutschritter in den prußischen Gebieten  von norddeutschen, gotländischen, schwedischen und dänischen Händlern, Rittern und Siedlern erschlossen worden. Unterschiede in den Rohstoffvorkommen spiegelten sich im Erscheinungsbild der Städte und Festungen wider.Während im Preußenland ob fehlender Ressourcen zumeist Ziegelsteine als Baumaterial dienten, konnten die livländischen Bauherren auf verschiedene Steine wie Dolomit oder Kalk zurückgreifen, die insbesondere im mittleren Livland und nördlichen Estland zuhauf vorkommen. Auch die Zusammensetzung der urbanen Bevölkerung wies Differenzen auf: Anders als im Preußenland, wo die deutschsprachige Bevölkerung in den neu gegründeten Städten von Anfang an die Mehrheit bildete, stellten Deutsche nur in den großen Städten wie Riga und Reval die demographische Majorität, wie Czaja konstatiert (S. 236).Radzimiski betont, dass es Asymmetrien ebenfalls in der kirchlichen Gliederung beider Ordensländer gab. Während die Kirchenprovinzen im Preußenland recht schnell in Abhängigkeit zu den Deutschrittern gerieten, konnten die livländischen Kirchenfürsten  allen voran der Erzbischof von Riga  bis weit ins 14. Jahrhundert ihre politische Eigenständigkeit behaupten. Gegensätzlich stellte sich auch die missionarische Erschließung beider Territorien dar. In den prußischen Gebieten beauftragte der Deutsche Orden vor allem die Dominikaner und Zisterzienser mit der Bekehrung der einheimischen Bevölkerung und begegnete anderen monastischen Orden mit einer gewissen Distanz. In Livland konnten sich wegen der bereits im 12. Jahrhundert beginnenden Kolonisation christlicher Siedler neben Dominikanern und Zisterziensern auch etwa die Augustiner etablieren.Im dritten Teil der Aufsatzsammlung finden sich drei Beiträge von Bernhart Jähnig, Klaus Militzer und Radzimiski, die eine chronologisch detaillierte Auflistung aller Verwaltungsbeamten, Würdenträger, Erzbischöfe und Bischöfe im Preußenland und dem Baltikum vom 13. bis ins 16. Jahrhundert aufführen. Der Band schließt mit einer bilingualen (deutsch-polnisch) Ortsnamenkonkordanz und einem etwas ausgedehnten Quellenanhang.Mit dem vorliegenden Sammelwerk ist den Herausgebern ein wichtiger Beitrag zur Deutschordensforschung gelungen. Eine so gründliche Gegenüberstellung der preußischen und livländischen Ordensherrschaften stellte bisher ein Forschungsdesiderat dar. Die Beiträge überzeugen zudem mit einer thematischen Dichte und Materialfülle, ohne jedoch dabei auch Laien einen Einstieg zu erschweren. Gelungen sind ebenfalls die zahlreichen Abbildungen und Karten. Letztere beeindrucken durch eine akribische Detailliertheit. Auch der Quellenanhang, der zahlreiche Schriftstücke zum administrativen Aufbau des Preußenlandes und Livlands bündelt, ist ein großer Pluspunkt der Aufsatzsammlung. Den mehr als positiven Gesamteindruck trübt nur das  gänzliche Fehlen wissenschaftlicher Vermerke. Zwar ist es in Polen nicht unüblich, dass geschichtswissenschaftliche Werke t nur einen sehr spärlichen Fußnotenapparat aufweisen. Im vorliegenden Fall erschwert dies jedoch das Nachvollziehen von Gedankengänge der jeweiligen Autoren bzw. fremder Argumentationen erheblich.INHALTSVERZEICHNISWstp (Roman Czaja, Andrzej Radzimiski) / 7CZ I. PRUSYPastwo zakonu krzyackiego w Prusach  próba charakterystyki (Roman Czaja, Zenon Hubert Nowak) / 11Podziay administracyjne pastwa zakonnego w Prusach (Janusz Tandecki) / 29Zamki i umocnienia zakonu krzyackiego i hierarchii kocielnej w Prusach (Marian Arszyski) / 55Miasta i przestrze miejska w pastwie zakonu krzyackiego w Prusach (Roman Czaja) / 81Podziay kocielne w Prusach (Andrzej Radzimiski) / 107Parafie w pastwie krzyackim (Marian Biskup) / 129CZ II. INFLANTYWadztwa terytorialne w redniowiecznych Inflantach i ich granice (Marian Biskup) / 153Struktury i podziay administracyjne w zakonie krzyackim w Inflantach (Janusz Tandecki) / 167Zamki i umocnienia zakonu krzyackiego i biskupów w Inflantach (Marian Arszyski) / 183Miasta inflanckie XIIIXVI w. (Roman Czaja) / 215Podziay kocielne Inflant (Andrzej Radzimiski) / 241CZ III. WYKAZY URZDÓWDostojnicy i urzdnicy zakonu krzyackiego w Prusach (Bernhart Jähnig) / 279Dostojnicy i urzdnicy zakonu kawalerów mieczowych i zakonu krzyackiego w Inflantach (Klaus Militzer) / 331Wykaz biskupów diecezji pruskich oraz biskupów i wójtów biskupich w Inflantach(Andrzej Radzimiski) / 359  CZ IV. SOWNIK NAZW MIEJSCOWYCH W PRUSACH(Marian Arszyski, Roman Czaja) / 373CZ V. RÓDA / 379 Zitierweise: Paul Srodecki: Rezension zu: Roman Czaja; Andrzej Radzimiski; Marian Arszyski: Zakon krzyacki w Prusach i Inflantach. Podziay administracyjne i kocielne w XIII-XVI wieku, 2013, in: https://www.pol-int.org/de/node/233#r2571.
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