Review of Adam Leszczyński, Skok w nowoczesność. Polityka wzrostu w krajach peryferyjnych 1943-1980

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Review of Adam Leszczyński, Skok w nowoczesność. Polityka wzrostu w krajach peryferyjnych 1943-1980
  Pol-Int Beitrag vom: 15.10.2015Rezension von Dr. Paul Srodecki Redaktionell betreut von Dorothea TraupeGibt es Berührungspunkte zwischen der Zweiten Polnischen Republik der Zwischenkriegszeit und der Volksrepublik Polen unter Edward Gierek? Konnten die nach dem Ersten Weltkrieg neu entstandenen und nach 1945 allesamt unter kommunistische Herrschaft gefallenen Nationalstaaten des östlichen Mitteleuropa den wirtschaftlichen und technologischen Vorsprung des Westens jemals einholen oder gar überholen? Hätte die Sowjetunion und mit ihr die Satellitenstaaten des sogenannten Ostblocks eine andere wirtschaftspolitische Fährte einschlagen können, sich gar alternativ modernisieren lassen? Können die Bestrebungen der in die Unabhängigkeit entlassenen afrikanischen Kolonien mit den Industrialisierungsplänen der lateinamerikanischen oder gar südostasiatischen Länder verglichen werden? Und letzten Endes: Haben Schwellenländer wie auch wirtschaftlich und politisch rückständige Staaten der Dritten Welt überhaupt eine Chance auf eine Entwicklung im Eiltempo?Diesen und weiteren Fragen widmet sich die vorliegende Studie von Adam Leszczyski, dessen Werk 2013 von dem geschichtswissenschaftlichen Portal Histmag.org zum besten polnischen Geschichtsbuch 2013 gekürt und darüber hinaus für weitere nennenswerte Preise und Auszeichnungen wie etwa den Jan Dugosz"- oder den Kazimierz Moczarski"-Preis nominiert worden war. Der Publizist und Wirtschaftshistoriker Leszczyski beschreitet mit seinem Buch Neuland, fehlten doch bislang einschlägige polnischsprachige Studien, die sich explizit einem länderübergreifenden Vergleich verschiedener Volkswirtschaften  so etwa zwischen Polen, der UdSSR Stalins, der Volksrepublik China, zahlreichen Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Ostasiens  widmeten. Der Autor konzentriert sich hierbei vor allem auf die zahlreichen wirtschaftspolitischen Innovationsbestrebungen der genannten Länder, die diese von reinen Agrar- zu wettbewerbsfähigen Industriestaaten mit autarken Wirtschaften verwandeln sollten.Für den engeren, titelgebenden zeitlichen Rahmen verwendet der Autor zwei symbolische Eckpfeiler: Im Jahre 1943 äußerte der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Paul Rosensten-Rodan in seinem Aufsatz Problems of the Industrialisation of Eastern and South-Eastern Europe" erstmals die These von dem big push , also einer staatsinduzierten, großangelegten Industrialisierung. Sie sollte in den Nachkriegsjahren zu einem Grundpfeiler der in den Entwicklungsstaaten angewandten Wachstumsstrategien werden. Die Jahre um 1980 deutet Leszczyski hingegen als ein deutliches Abebben der strikt staatlich gesteuerten Industrialisierungs- und Innovationsbestrebungen in den untersuchten Ländern. Skok w nowoczesno. Polityka wzrostu w krajach peryferyjnych 1943-1980  Der Autor gliedert seine Abhandlung in neun Kapitel. In den ersten zwei Abschnitten stellt der Verfasser die in der Entwicklungsökonomie bis dato aktuelle Forschungskontroverse über die Ursprünge der wirtschaftlichen Rückständigkeit bestimmter Länder und Regionen dar. Dabei rückt Leszczyski neben dem oben genannten Paul Rosenstein-Rodan insbesondere die Arbeiten von Heinz Wolfgang Arndt, James M. Cypher, James L. Dietz, Michael E. Latham, John Maynard Keynes oder Walt Withman Rostow in den Fokus. Leszczyski beleuchtet hierbei auch die von der klassischen Nationalökonomie abweichenden Imperialismus- und Kolonialismustheorien sowie den dem Poststrukturalismus zuzurechnenden Ansatz des Postkolonialismus. Kapitel 37 widmen sich sodann den bunt zusammengestellten Fallbeispielen. So stellt Leszczyski die Innovationsbestrebungen der Sowjetunion unter Stalin, der Volksrepubliken China und Polen unter Mao Zedong respektive unter Bierut, Gomuka und Gierek, ausgewählter afrikanischer und lateinamerikanischer Schwellenländer sowie schließlich Indiens und der Tigerstaaten Ost- und Südostasiens dar.Die Auswahl der Länder mag auf manche Leser recht befremdlich wirken, bieten doch etwa die Volksrepublik Polen wie auch die Sowjetunion auf den ersten Blick nicht viele komparatistische Berührungspunkte mit den Entwicklungsländern Afrikas oder Lateinamerikas. Doch gerade hier offenbaren sich die Stärken der Studie, gelingt es Leszczyski doch recht überzeugend die Parallelen aber auch Unterschiede in den  per se asynchronen  wirtschaftspolitischen Modernisierungsprogrammen zwischen den zum Vergleich ausgewählten Staaten aufzuzeigen.Allerdings begnügt sich Leszczyski hierbei mit recht knappen Antworten und Rückschlüssen, an manchen Stellen des Buches wünscht man sich eine etwas gründlichere Aufarbeitung der Problematik. Den Eindruck einer am Rande zur Populärwissenschaft stehenden Studie verstärkt auch das Fehlen eines roten Fadens" bei der Beantwortung der eingangs aufgeworfenen Fragen. So hat die Arbeit nur zu oft den Charakter eines mit historischen und politikwissenschaftlichen Fakten aufgeladenen Länderberichtes als einer strikt wissenschaftlichen Studie. Dementsprechend fallen auch die Ergebnisse" aus, die thematisch nicht nur äußerst heterogen, sondern auch methodisch überwiegend disparat sind. Eine der Hauptthesen des Buches mag zudem kaum überraschen: Keine Wirtschaftsdoktrin könne als ein allgemeingültiges, überall anwendbares Rezept für wirtschaftliche Entwicklung dienen, vielmehr sei diese von den jeweiligen geographischen und politischen Faktoren abhängig.Irritierend mag für eine strikt geschichtswissenschaftliche Klientel ebenfalls der etwas lockere, einem Zeitungsbericht ähnelnde und somit fast schon populärwissenschaftliche Schreibstil Leszczyskis sein, was aber keinen Abstrich am grundsätzlichen Wert und Inhalt der Studie bedeutet. Vielmehr machen der einfach gehaltene schriftliche Ausdruck wie auch der Aufbau der Arbeit insgesamt auch Laien den Einstieg leicht. Daran anknüpfend ist auch der Anmerkungsapparat  und hier reiht sich der Verfasser in die mehr oder weniger fußnotensparsame Tradition der polnischen Historiographie ein  sehr spartanisch gehalten, was einerseits den Lesefluss fördert, andererseits aber leider des Öfteren Fragen ob der Belegbarkeit und Nachvollziehbarkeit der gemachten Aussagen und Thesen aufwirft. Wer sich jedoch mit den oben genannten Kritikpunkten arrangiert, kann ein  trotz der knapp 600 Seiten  kurzweiliges Lesevergnügen erwarten, das einen hervorragenden Einstieg in weitere, etwas detailliertere Studien an der Schnittstelle zwischen Entwicklungsökonomie und Geschichtswissenschaft bietet.   Zitierweise: Dr. Paul Srodecki: Rezension zu: Adam Leszczyski : Skok w nowoczesno. Polityka wzrostu w krajach peryferyjnych 1943-1980, 2013, in: https://www.pol-int.org/de/node/332#r3296.https://www.pol-int.org/de/node/332?j5Q6rewycZ5HtUDXTWpx7UZE=1&r=3296
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