Eine Dame von jadegleicher Schönheit - das Grab der Li Chui.

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Eine Dame von jadegleicher Schönheit - das Grab der Li Chui.
  der Ausgrabungerkannte maneinen aufwendigenKopfschmuck und ein opu lentes Schmuckensemble imBereich derverlagerten unteren Körperhälfte, doch die diffizile Fundsituation sowie die Be schaffenheit des Erdreichs machten  i ne Blockbergung erforderlich: Neben zwei Blöcken mit Lackgegenständen wurde einer mit dem Kopfder Verstorbenen samtKopfschmuck sowie einermit dem restlichen Körper geborgen und indas Archäologische Institut der Pro vinzShaanxigebracht. Dortführten Res tauratorlnnen des Römisch Germani schen Zentralmuseumsund des Archäo logischen Instituts der Provinz Sbaanxi die mehrjährigenArbeiten durch. Von vornehmer Herkunft Details über Li ChuisLeben sucht man in historischen Quellen vergeblich. Ihr war keineBiografle in den Tang Annalen gewidmet die nur der näheren Verwandtschaft der Kaiser und wichti gen Personenvorbehalten blieben diesich meist durchbesondere Leistungen verdient gemacht hatten So gibt nur ihrEpitaphAuskunft. Demnach war sie eine Urenkelin fünften Grades des ersten Kaisers der Tang Dynastieundnochihr Vater hatte einen Prinzentitel Sie selbst warhingegen kei ne Prinzessin mehr.Im damaligen Chang‘an stellten die Nachkommen der Kaiser und deren An gehörige, diesich in der Hauptstadt an-siedelten, einengroßen Teil der Einwoh nerschaft.Angesichtsder zahlreichen kaiserlichenKinder  Gaozu hatte z. B 22 Söhne , die wiederum etliche Sprösslin ge hervorbrachten dürfte Li Chui zu ih rer Zeiteine von vielen, wennnicht gar unzähligen Damen mit gleicherStellunggewesen sein. Ihr üppiger Schmuck ver mitteltjedoch, dass sie trotz ihres fehlen den AdelstitelsamHofebei Zeremonien einen würdigen Platz einnahmund auf grundihrerErscheinungdurchausmit den Prinzessinnenmithalten konnte. Kopfschmucknach der t Restaurierung. Die schwarzemit Filz überzogene Basis deutet den unteren Teil der Frisur an das durchsichtige Plexiglas im oberen Bereich diemögliche Form einer Lackhaube. Archäologie in Deutschland   2D14 15  InternationaF   China Nachder Heirat mit einem Mann aus derFamilieder Houmochen verließ sie wie alle FrauenihreFamilie und gehör te nun zwar der des Gatten an dürfte abermateriellePrivilegien wie auch die VerbindungzumKaiserhaus behalten haben. Li Chuis Ehemann wirdim Epi taph als tugendhafter Höfling und Be amter des Instituts zur Weiterentwick lungder Literaturgenannt. DieseTitel entsprachen demsiebtenvoninsgesamt neunBeamtenrängen   also einem ver gleichsweise niederen. Dochda Li Chui sehr jung verstarb standihrEhemannzum Zeitpunkt der Inschrifterstellung womöglich noch amAnfang seiner Kar riere. Frauen Geseilschaftsieben Tugenden Li Chuis Grabinschrift ist vergleichs weisekurz. Abgesehenvonwenigen Fak ten enthält sie viele Formulierungen die ganz ähnlich auchauf anderen Epita phenjener Zeit zu finden sind. Inder Re gel solltendie Verstorbenenmöglichst positiv dargestelltwerden häufig mitphrasenhaftenAusdrücken die nicht Die Grabanlage mit Zugangsrampe Korridor undKammerwar etwa 18 m lang. Drei nach untenbreiterwerdende Schäch tereichten zum Grabgangherab. immer unbedingt der Realität entspra chen. So wurden den Damen stets her vorragende Eigenschaften und ein wun derschönes Äußeres bescheinigt wieauch Li Chui die als Dame »von jade gleicherSchönheit« bezeichnet wird.Die Tang Dynastie ist nicht nur als Zeit derschönen sondern auchder star ken Frauenbekannt. Es begegnenunsFrauen wieWu Zetian Chinas einzige offiziell regierende Kaiserin die für ih re nicht selten tödlich endenden Intrigen berüchtigt war. Es wird von Prinzessin nen berichtet diesich inspolitische Ge schehen einmischtenoder zu daoisti schen Priesterinnen bzw. buddhistischenNonnenwurden. Sie gingeneigenen  n teressen nach und wollten dadurch bis weilen einer arrangierten Eheschließung entfliehen. Auch unter denarchäologischen Zeug nissengibt es zahlreiche Bildnisse von Frauen die ebenfallsden Eindruck ver mitteln dass sie während der Tang ZeitimVergleichzu anderen Epochen rela tivfreiam Gesellschaftsleben teilneh men konnten. Bogen schießendeund reitende Frauen scheinen keineSelten im Drei Stadienwährenddesschichtweisen Ab tragens des Erdblocks in dem der Schädel samt Kopfschmuck g borgenwurde. Nach jedemSchrittwurden die verschiedenen Plana fotografiert g röntgt und zeichne risch dokumentiert. 16 Archäologie in Deutschland 3 2014
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